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Market NewsEinsteiger9 Min.

Krypto diese Woche (26. Okt.–1. Nov. 2026): So reagierten die Märkte auf den Binance-Hack

Bitcoin fiel nach dem Binance-Hack auf 76.281 $ und schloss die Woche bei 78.294 $, 2,19 % tiefer. Was das für Kurse, Liquidationen, ETF-Flows und eingefrorene Stablecoins hieß, dazu eine EZB-Warnung vor gefälschten Schreiben zum digitalen Euro, die Coinbase-Frist im EWR und der Fall Keystone.

Von Rumos · vorgestern

In diesem Artikel
  1. Die große Geschichte: der Markt in der Woche des Binance-Hacks
  2. Drei Kurzmeldungen
  3. Was du aus dieser Woche mitnehmen kannst
  4. Was du jetzt tun kannst
  5. Fragen unserer Leser

Manche Wochen drehen sich um den ganzen Markt. In anderen geht es um ein einzelnes Ereignis, auf das der ganze Markt reagiert. Zwischen dem 26. Oktober und dem 1. November 2026 startete Bitcoin bei 80.049 $, wo die Vorwoche geendet hatte, und stieg kurz über 81.800 $. Dann kam am Donnerstagabend (UTC) ein großer Diebstahl aus den Wallets von Binance. Hier liest du, wie Kurse, Fonds und Stablecoins reagiert haben, dazu drei Kurzmeldungen.

Das Wichtigste: Was ist diese Woche bei Krypto passiert?

  • Bitcoin schloss die Woche bei 78.294 $ (70.177 €), ein Minus von 2,19 % in Dollar und 1,66 % in Euro, nach einem Tief von 76.281 $ am 30. Oktober.
  • Daten von CoinDesk zeigten Liquidationen von Krypto-Futures-Positionen über 1,57 Milliarden Dollar, als Bitcoin und Ether nach dem Binance-Hack fielen.
  • US-Spot-Bitcoin-ETFs nahmen von Montag bis Donnerstag Geld ein, am Freitag flossen dann netto 643,3 Millionen Dollar ab. Die Woche endete bei –202,6 Millionen Dollar (The Block).
  • Laut Binance wurden rund 3 Milliarden Dollar der betroffenen Vermögenswerte eingefroren, vor allem die Stablecoins USDT und USDC. Bitcoin und Ether lassen sich auf diese Weise nicht einfrieren.
  • Außerdem diese Woche: Die EZB warnte vor gefälschten Schreiben zu einem „Pilotprojekt zum digitalen Euro“, die Frist von Coinbase vom 30. Oktober für Kunden im EWR mit bestimmten Stablecoins ist abgelaufen, und Keystone erklärte, 18.835 unverkaufte Wallets zu vernichten.

Die große Geschichte: der Markt in der Woche des Binance-Hacks

Der Hack in Kürze

Gegen 20:05 Uhr UTC am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, leerten Angreifer laut Binance die Hot Wallets (Online-Wallets) der Börse. Binance bezifferte den Schaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar an Kundenvermögen, Blockchain-Analysefirmen auf 6,36 Milliarden Dollar (TRM Labs) bis 6,43 Milliarden Dollar (Elliptic). Am Samstag, dem 31. Oktober, schrieb das FBI den Diebstahl Nordkorea zu, und am Sonntag, dem 1. November, begann Binance, Auszahlungen schrittweise wieder freizugeben, wobei Bitcoin zu den ersten Netzwerken gehörte. Die Einzelheiten findest du in unserem eigenen Artikel zum Hack.

Was mit den Kursen passierte

Bitcoin (BTC) startete bei 80.049 $ (71.363 €) in die Woche. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen am Mittwoch, dem 28. Oktober, unverändert gelassen hatte, rutschte Bitcoin am Donnerstag während der asiatischen Handelszeiten auf rund 79.800 $. CoinDesk brachte diese Bewegung mit dem „hawkish hold“ der Fed (einer Zinspause mit Tendenz zu höheren Zinsen) und mit schwächer als erwarteten Ergebnissen von Alphabet und Samsung in Verbindung. Danach erholte sich Bitcoin am Donnerstagnachmittag (UTC) auf das Wochenhoch von 81.840 $, kurz vor den Nachrichten zu Binance.

Als der Hack bekannt wurde, lag Bitcoin um 22:00 Uhr US-Ostküstenzeit am Donnerstag 4,5 % unter dem Stand von vor 24 Stunden, bei 76.664 $, und Ethereum (ETH) lag 5,2 % im Minus bei 2.190 $, laut The Block. Das Wochentief in den Vier-Stunden-Daten von CoinGecko lag bei 76.281 $ am Freitag, dem 30. Oktober (in Euro 68.288 €, ebenfalls am Freitag).

Bitcoin schloss bei 78.294 $ (70.177 €), ein Minus von 2,19 % in Dollar und 1,66 % in Euro. In Euro fiel der Wert weniger, weil der Euro gegenüber dem Dollar schwächer wurde. Ether schloss bei 2.274 $ (2.038 €), ein Minus von 2,27 % in Dollar.

Was das für dich bedeutet: CNBC berichtete unter Berufung auf Anchorage Digital, dass Bitcoin nach früheren Hacks bei Börsen innerhalb von 24 Stunden im Durchschnitt um 8,3 % gefallen ist. Diesmal bezifferte CNBC den Rückgang auf rund 4 % an diesem Tag. Das Bitcoin-Netzwerk selbst wurde nicht gehackt: Der Diebstahl traf die Wallets einer einzelnen Börse.

1,57 Milliarden Dollar an Zwangsverkäufen

Manche Trader leihen sich Geld, um größere Wetten einzugehen. Das nennt man Hebel (englisch „Leverage“). Bewegt sich der Kurs gegen sie, schließt die Plattform ihre Position automatisch: eine Liquidation. Daten von CoinDesk zeigten Liquidationen von Krypto-Futures-Positionen über 1,57 Milliarden Dollar, als Bitcoin und Ether nach dem Hack fielen, davon 522 Millionen Dollar bei Bitcoin und 361 Millionen Dollar bei Ether.

Was das für dich bedeutet: Mit geliehenem Geld kann eine Position innerhalb von Stunden ausgelöscht werden, wenn große Nachrichten kommen.

Stablecoins eingefroren, Bitcoin nicht

Ein Stablecoin ist ein Krypto-Token, der einen stabilen Wert halten soll, meist einen US-Dollar. Die Unternehmen, die Stablecoins wie USDT und USDC ausgeben, können ihre Token sperren. Laut Binance wurden rund 3 Milliarden Dollar der betroffenen Vermögenswerte eingefroren. Bis zum 1. November hatte Tether mehr als 1,5 Milliarden Dollar in USDT eingefroren und Circle mehr als 1,1 Milliarden Dollar in USDC.

Bitcoin und Ether lassen sich auf diese Weise nicht einfrieren. Laut der Blockchain-Analysefirma TRM Labs, die CoinDesk zitierte, gehörten 18.270 BTC (rund 1,47 Milliarden Dollar) zu den gestohlenen Vermögenswerten. USDT und USDC blieben nahe bei einem Dollar. Unser Stablecoin-Kurs erklärt, wie diese Token funktionieren.

Ein Dollar-Stablecoin-Token, eingeschlossen in einem vereisten Block, daneben eine goldene Bitcoin-Münze, die außerhalb steht, als Bild dafür, dass Stablecoins eingefroren werden können, Bitcoin aber nicht

ETFs: vier Tage Zuflüsse, ein großer Tag Abflüsse

Ein ETF (Exchange-Traded Fund, börsengehandelter Fonds) ist ein Fonds, der wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Ein „Spot“-Bitcoin-ETF hält echte Bitcoin. Von Montag bis Donnerstag nahmen US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen rund 441 Millionen Dollar ein (Decrypt). Am Freitag, dem 30. Oktober, flossen netto 643,3 Millionen Dollar ab, laut The Block der größte Tagesabfluss seit vier Monaten. Die Woche endete bei –202,6 Millionen Dollar (The Block; Decrypt kam auf rund –202 Millionen Dollar). US-Spot-Ether-ETFs verzeichneten an allen fünf Tagen Abflüsse und endeten bei –431,5 Millionen Dollar (The Block).

Was das für dich bedeutet: Ein von The Block zitierter Analyst sagte, Anleger in Spot-ETFs hätten „kein direktes Risiko gegenüber Binance“, trotzdem floss Geld ab. Analysten nannten den Freitag einen „Stimmungsschock“ und einen „Tag des Risikoabbaus“; der Abfluss lag unter 1 % des Fondsvermögens. Ein einziger solcher Tag kann eine Woche im Plus ins Minus drehen.

Drei Kurzmeldungen

1. Die EZB warnt vor gefälschten Schreiben zum „Pilotprojekt zum digitalen Euro“

Diese Woche warnte die Europäische Zentralbank (EZB), dass Schreiben, die wie ihre eigenen aussehen, Menschen dazu einluden, in ein „Pilotprojekt zum digitalen Euro“ zu investieren. Laut EZB handelt es sich um Betrug: Sie fragt die Öffentlichkeit nie nach Investitionen, Geld oder persönlichen Daten, und Betroffene sollten sich an ihre örtliche Polizei wenden. Presseberichten zufolge nutzen Betrüger auch KI-generierte Videos von EZB-Vertretern und kopierte Websites. Den digitalen Euro gibt es für die Öffentlichkeit noch nicht. Laut der Pilotseite der EZB soll ein 12-monatiges Pilotprojekt mit ausgewählten Zahlungsdienstleistern, Händlern und Zentralbankmitarbeitern in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.

Was das für dich bedeutet: Die EZB bietet nach eigenen Angaben keine Anlageprodukte rund um den digitalen Euro an. Unser Kurs zum Erkennen von Betrug zeigt dir die Warnsignale.

Ein Angelhaken über einem leeren, amtlich wirkenden Brief, als Bild für einen Betrugsbrief, der als Köder dient

2. Coinbase-Frist für nicht nach MiCA zugelassene Stablecoins

Coinbase gab seinen Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) laut Presseberichten über die Mitteilung des Unternehmens bis zum 30. Oktober 2026 Zeit, bestimmte Stablecoins abzuziehen, die nicht nach MiCA, dem Krypto-Gesetz der EU, zugelassen sind. Diesen Berichten zufolge werden Guthaben, die nach diesem Datum übrig sind, einmalig zum Marktkurs in USDC umgewandelt oder in einen anderen unterstützten Vermögenswert, wenn USDC nicht geeignet ist. Das spanischsprachige Medium CriptoNoticias zählte 14 Vermögenswerte, darunter USDT, PYUSD und DAI. Coinbase weist darauf hin, dass die Umwandlung in manchen Rechtsordnungen steuerpflichtig sein kann, und nennt als Grund die MiCA-Übergangsfrist für diese Coins, die am 1. Juli 2026 endete. Unabhängig davon gibt eine Stellungnahme der EU-Marktaufsicht ESMA vom 8. Oktober den nach MiCA zugelassenen Plattformen bis etwa 8. Januar 2027 Zeit, ihre Dienste für diese Stablecoins abzuwickeln.

Was das für dich bedeutet: USDT in deiner eigenen Wallet zu halten, ist nicht verboten; MiCA schränkt ein, was zugelassene Plattformen anbieten dürfen. Unser Kurs zu den Krypto-Regeln in der EU erklärt die Hintergründe.

3. Keystone will 18.835 unverkaufte Hardware-Wallets vernichten

Am Montag, dem 26. Oktober, gab der Hardware-Wallet-Hersteller Keystone bekannt, dass der Angreifer hinter dem Einbruch in seine Website vom 20. Oktober auch seinen „WebAuth“-Schlüssel gestohlen hatte, das Werksgeheimnis, mit dem die Website bestätigt, dass ein Gerät echt ist. Weil sich der Schlüssel bei Geräten auf Lager nicht ändern ließ, will Keystone nach eigenen Angaben 18.835 unverkaufte Wallets vernichten. Datensätze von 25.964 Käufern, darunter Namen und Adressen, wurden offengelegt. Laut Keystone waren Wiederherstellungsphrasen und private Schlüssel nicht betroffen, und Geräte, die vor dem 20. Oktober ausgeliefert wurden, sind vertrauenswürdig, wenn sie die Echtheitsprüfung des Unternehmens bestehen.

Was das für dich bedeutet: Geleakte Adressen können zu gefälschten „Rückruf“-Schreiben führen. Keystone erklärt, dass es Kunden nicht auffordern wird, Geräte zurückzuschicken. Kaufe Hardware-Wallets nur beim Hersteller oder bei einem offiziellen Händler; mehr dazu in unserem Kurs Kryptowährungen aufbewahren.

Was du aus dieser Woche mitnehmen kannst

Der Diebstahl traf eine einzige Börse, aber der ganze Markt bewegte sich: Die Kurse fielen, gehebelte Wetten wurden geschlossen, und am nächsten Tag hatten Bitcoin-Fonds ihren größten Tagesabfluss seit vier Monaten. Trotz allem lag Bitcoin am Ende der Woche 2,19 % tiefer. Binance selbst warnte seine Kunden vor Betrug und forderte sie auf, inoffizielle Links, Nachrichten und Anfragen nach Kontodaten zu meiden, und die gefälschten Schreiben dieser Woche erinnern daran, zu prüfen, wer dich wirklich kontaktiert.

Was du jetzt tun kannst

  • Erfahre in Über den Kryptomarkt, warum Kurse auf Nachrichten reagieren und wie ein Hebel einen Kursrückgang beschleunigt.
  • Finde in unserer Einführung in die Sicherheit heraus, was Hot und Cold Wallets und private Schlüssel sind.
  • Wenn du einen Krypto-Anbieter in der EU nutzt, kannst du ihn im öffentlichen Register der ESMA für zugelassene Unternehmen nachschlagen, wie es die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF empfiehlt.

Fragen unserer Leser

Wie hat sich der Bitcoin-Kurs zwischen dem 26. Oktober und dem 1. November 2026 entwickelt?

Er startete bei 80.049 $, erreichte am 29. Oktober 81.840 $ und fiel am 30. Oktober auf 76.281 $, nachdem der Binance-Hack bekannt geworden war. Er schloss bei 78.294 $ (70.177 €), 2,19 % tiefer in Dollar und 1,66 % tiefer in Euro.

Können Stablecoins eingefroren werden?

Ja. Die Unternehmen, die Stablecoins wie USDT und USDC ausgeben, können ihre Token sperren. Bis zum 1. November hatte Tether mehr als 1,5 Milliarden Dollar in USDT eingefroren und Circle mehr als 1,1 Milliarden Dollar in USDC. Bitcoin und Ether lassen sich auf diese Weise nicht einfrieren.

Kann ich in den digitalen Euro investieren?

Nein. Den digitalen Euro gibt es für die Öffentlichkeit noch nicht, und die EZB sagt, dass sie die Öffentlichkeit nie um Investitionen bittet. Ihr Pilotprojekt mit ausgewählten Zahlungsdienstleistern, Händlern und Zentralbankmitarbeitern soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.

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